Archiv: Unter der Gürtellinie


Schauspiel über 3 Männer, Mobbing und Macht
Inszenierung von 2007

 

Der Ort.
Diese Produktion ist wie immer eine ganz Besondere: Das TheaterErlebnis ist seiner Tradition treu geblieben und hat wieder eine Inszenierung an einem besonderen Ort realisiert: "Unter der Gürtellinie" findet in dem ehemaligen Aldi-Laden in der Spichernstraße 13 statt. Ein Raum voll mit Kartons, mit Schatten und Fantasien. Ein Raum, der die Atmosphäre der namenlosen Fabrik, der urbanen Verwahrlosung und des Absurden im Stück erschreckend wieder gibt.

Das Stück.
"Unter der Gürtellinie" von Richard Dresser, ein zeitgenössischer amerikanischer Autor, spielt in einer namenlosen Fabrik, in einem namenlosen Land irgendwo in der Wüste. Dort werden namenlose Einheiten hergestellt. Als der neue Produktprüfer eintrifft und wissen möchte, was eigentlich zu prüfen ist, erntet er nur Gelächter. Stattdessen lernt er die Machtspiele zwischen seinem Kollegen und dessen verschrobenem Vorgesetzen kennen. Er wird bald aktiver Mitspieler in diesen Strukturen aus Egoismus, Ordnungszwang, Angst und Verletzung. Die Machtkämpfe lassen fiese Koalitionen entstehen, forcieren Heuchelei, zerstören Privatsphären und enttäuschen Sehnsüchte. Verschärft wird diese Atmosphäre des Misstrauens, des Verrats und der Machtgeilheit durch die völlige Isolation, in der die drei Männer leben. Als Prüfer werden sie von den Arbeitern gehasst. Ihre einzige Verbindung zur Außenwelt besteht in den Briefen. Auch die Zweifel, jemals wieder diesem System entfliehen zu können, werden immer quälender. Die Welt des Lagers ist eine bedrohliche. Sie ist unwirtlich und zerstört. Der Fluss, der durch das Lager fließt, ist völlig verschmutzt, geht sogar in Flammen auf. Die Luft ist voller Insekten. Das Lager ist umzäunt und von bewaffneten Wachen umstellt. Man wartet auf einen Schuss, die Geschichte hört jedoch einfach auf.

Die Inszenierung.
Drei Männer, Mobbing, Karrieregedanken und Machtkämpfe dominieren das Stück. Das Theaterstück ist trotz der bedrohlichen Atmosphäre des Raumes und der Aktualität des Themas sehr komisch und unterhaltsam. Es bietet uns als Vorlage das, was unserer Meinung nach gutes Theater braucht: Eine gute Geschichte, gute Figuren und gute szenische Momente.

 

 

Unter der Gürtellinie
Fotos: Tschipo Skupin

 

 

 

Assistenz: Laura Kolbe
Merkin: Helmut Aunkofer
Dobbit: Tim von Kietzell
Kostüme: Sabine Mech
Regie: Willi Schlüter
Hanrahan: Thommi Baake
Bühnenbild: Wolfgang Heinrich
Technik: Olli Klocke
Plakat und Postkartengestaltung: Andreas Krüger, Mosaique Medien

 

 

Unter der Gürtellinie

 

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Presse

 

"Das Stück gewinnt durch die Verbindung mit dem tristen Gewerberaum..."

HAZ