Presse: MonkeyMonday


HAZ 11.5.2015 von Susanna Bauch

 

Erlebnistheater in der Nordstadt
Montags ist der Affe los

Das Theater Erlebnis von Tim von Kietzell bespielt jetzt eine Studiobühne in der Nordstadt. Beim Monkey Monday führt ein Moderator mit Affenmaske durch das Abendprogramm mit Theater, Comedy oder Kabarett.

MonkeyMonday HAZ

Ob der Name wirklich der richtige ist, daran hat Theatermacher Tim von Kietzell schon mal gezweifelt. Aber er ist immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass die Bezeichnung einfach passt und genau das widerspiegelt, worum es geht: Theater Erlebnis. Das freie Theater unter der Leitung von Kietzells engagiert sich seit 17 Jahren vor allem im soziokulturellen Bereich. Von Kietzell und sein Team haben in dieser Zeit mehr als 20 mobile Kinder- und Jugendstücke hervorgebracht, die niedersachsenweit in Kitas und Schulen auf die Bühne kommen. Das Theater Erlebnis geht daher regelmäßig auf Reisen - derzeit mit dem Stück „Der Sprachabschneider“ für Kinder ab der fünften Klasse, damit der Nachwuchs es leichter hat, einen kleinen Einblick in andere Kultur(en) zu bekommen.

Mit seinem Büro sitzt von Kietzell seit Anbeginn in der Lister Husarenstraße. Zwischendurch hat er mit Willi Schlüter das Theater in der List bespielt, seit gut einem Jahr hat er ein neues Projekt: eine Studiobühne in der Nordstadt. Direkt gegenüber dem Jugendzentrum Kornstraße hat er den rund 150 Quadratmeter großen Raum gemietet, die Bühne ist schwarz, rund 80 Zuschauer finden auf den Stühlen davor Platz.

Reihe startet unregelmäßig

Mit dem Monkey Monday hat das Theater Erlebnis jetzt eine neue Reihe ins Leben gerufen, „die erst einmal unregelmäßig anläuft“, wie von Kietzell betont. Dabei steht montags ein Moderator mit Affenmaske auf der Bühne und kündigt illustre Gäste aus den Bereichen Theater, Comedy oder Kabarett an. „Theater braucht Bühne, der Monkey Monday ist eine offene Bühne für komische Kleinkunst“, sagt von Kietzell, der regelmäßig Stücke auch an besonderen Orten wie etwa in Tiefgaragen oder auch mal im Schlachthof präsentiert.

Die Probenbühne in der Nordstadt soll nun Heimstatt sein, nicht nur für Proben, sondern auch für Vorstellungen. Ein knappes Dutzend freier Mitarbeiter unterstützen den 45-Jährigen. Helfer hatte er auch, um die „Bruchbude, die einmal ein Weindepot war“, auf Vordermann zu bringen. Hier bekommen auch junge Nachwuchstalente eine Chance, sich auf der Bühne auszuprobieren. „Aber ein gewisses Niveau ist Pflicht, es soll ein schöner Abend werden, dann ist das für alle eine Win-win-Situation“, betont von Kietzell.

Das Affengesicht moderiert an den besonderen Montagen bis zu fünf verschiedene Acts an. Dann entscheiden die Zuschauer, wie der Applaus ausfällt. Die erste Runde ist gut gelaufen, „es war nicht ganz voll, aber die Leute waren begeistert“. Von Kietzell betont, dass ihm die Menschen wichtig sind, die auf der Bühne stehen, „wenn sie das machen, was ihnen Spaß bereitet. Das will ich hier zeigen.“ Offen, kreativ und innovativ soll die Probenbühne sein, „was mich persönlich berührt, mache ich auch“. Und das muss nicht immer eine Botschaft haben wie Flüchtlingspolitik oder Mobbing. „Da darf sich ruhig einer einfach mal nur zum Affen machen.“

 

 

 

 

 

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