Archiv: Die Stadt der Freiheit


Eine gesellschaftskritische Musik-Theaterproduktion mit Rockband
nach der Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Brecht/Weill

 

Der Nachfolger der erfolgreichen „Tannöd“ Inszenierung  - eine packende Ensembleleistung!     (Premiere: Oktober 2012)

 

In Kooperation mit dem Music College Hannover.

 

 

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Alle Musiker sind Studenten des MCH. Mario Ehrenberg-Kempf hat die Lieder anhand des Librettos der Oper von Kurt Weill zu Rock/Pop-Songs arrangiert sowie durch eigene Bearbeitungen & Kompositionen ergänzt. Dabei haben sich die Musiker stilistisch eingebracht. Es groovt im ehemaligen ALDI.

 

 

Schuldenkrise. Bankrotte. Umwelt- und Naturkatastrophen. Persönliche Freiheit in Werbung und Home-Entertainment. Für Geld ist nicht nur im Internet alles möglich. Doch wir wissen schon lange, dass es so nicht ewig weitergehen kann. Mit der Umwelt. Mit den Schulden. Mit dem Wachstum. Doch Freiheit macht geil.

 

3 Personen gründen auf der Flucht vor der Polizei eine Stadt, um dort den Goldgräbern das Geld aus den Taschen zu ziehen. Mahagonny soll eine Alternative zu den großen Städten sein, zu all dem Rauch, dem Schmutz, der Arbeit. Mahagonny soll Vergnügen bieten, eine Paradiesstadt sein. Da in der Stadt nichts los ist, werden alle Verbote aufgehoben: Du darfst! In kurzer Zeit entwickelt sich die Stadt zu einem wahren Sodom und Gomorrha, wo Raub, Mord, Vergewaltigung an der Tagesordnung sind. Nur eine Sünde wird mit schwersten Strafen belegt: kein Geld zum Bezahlen zu haben.

 

Und so wendet die sich aufschaukelnde gesellschaftliche Apokalypse am Ende gegen ihre Gründer. Fazit: Ein Leben in der Stadt scheint unmöglich, ebenso wie Liebe und Freundschaft in einer Welt, die vom Geld bestimmt wird.

 

 

Mitwirkende: Renate Behrendt, Friederun Bretschneider, Heike Brückner, Moritz Dux, Susanne Herbold, Dieter Hornig, Hanna Kastein, Gerhard Knerr, Maren Konn, Angela Krause, Susi Peter, Günter Stückemann, Ekkehard Rieger, Heribert Tennie, Volker Wessels, Bame Ekkehard Rieger.
Inszenierung: Tim von Kietzell
Musikalische Leitung, Arrangements, Komposition: Mario Ehrenberg- Kempf

Musiker: Johannes Lange-Kabitz/piano, Raphael Jaspert/ guitar, Quang Khuat /bass, Kevin Schleuning / drums, Benjamin Schütz /perc

Fotos: Joachim Giesel


Diese Produktion entstand 2012 unter dem Namen des Theater in der List.

 

Seprarator

Presse

 

"Laster und Zaster" - Eine Brecht-Adaption im Teater in der List

HAZ-Kritik

von Gert Schild

 

stadt-der-feiheit-hazHANNOVER.   Mahagonny sollte ein Eden sein, doch es wurde zum Sodom und Gomorrha. Bert Brecht erzählt die Geschichte der Stadt zusammen mit Kurt Weill in der Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny".

    
Das Theater in der List hat aus der Oper nun ein Musiktheaterstück gemacht: Die Stadt der Freiheit.

 

Die Stadtgründung wird mit Playmobil nachgestellt. Und der Haifisch mit den Zähnen (entlehnt aus der Dreigroschenoper) ist auch dabei. Schnell ist klar: Hier regiert das Geld, Gier regiert die Welt. Alles ist Objekt und käuflich. Frauen gehen über die Ladentheke wie Fleisch und Whiskey.Ein Höhepunkt ist der Tanz des ganzen Ensembles zum "Alabama-Song". Dann kommt der Hurrikan- er heißt "Katrina"- und bedroht die Stadt..Aber was braucht der Mensch einen Hurriukan, wenn er sich selbst zerstören kann?"Die Stadt der Freiheit" ist ein buntes, quirliges Stück. Gelungen und vertont von Studenten des Music College Hannovers. Es macht an vielen Stellen Spaß. Nur die Bezüge zum Heute, mit Schriftzügen wie "Geil ist geil", verwässern den Gehalt. Denn die Realität im Kapitalismus dieser Zeit hat Brechts Dystopie längst rechts überholt.

 

 



Kritik Neue Presse


"Gier frisst Freiheit"

 

stadt-der-feiheit-npHANNOVER.    Lieben, geliebt werden, ewige Freude am Leben-die Stadt Mahagonny verheißt die Erfüllung aller Sehnsüchte. Doch wo grenzenlose Freiheit drauf steht, sind am Ende nur Brutalität und Geldgier drin.

    
Tim von Kietzells Musiktheaterstück "Stadt der Freiheit", eine Adaption der Brecht/weill-Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", läuft noch bis Sonnabend im Theater in der List.


Drei Holzfäller suchen in Mahagonny das Paradies, finden aber nur Trübsal und Langeweile. Abhilfe muss her, Hedonismus wird das Ideal. Es kommt zum Chaos, die Fetzen fliegen: Ein schmächtiger Boxer endet mit einer Kugel im Kopf,drei Pärchen geben sich auf quietschenden Luftmatratzen dem Rein-raus-Spiel hin, ein Protagonist frisst wie eine Sau eine nicht definierbare Pampe aus einem Trog, ein weiterer brutzelt auf dem elektrischen Stuhl-und mal landet auch ein Salatblatt auf Zuschauerköpfen.


Der aufgefrischte Brecht bietet Action und tolle Weill-Musik von Studenten des Musik-College Hannover.

Blickfänge: Hanna Kastein als frivol-tippeliges Chronistengirl und Günter Stückemann als düster-bleicher Dreieinigskeits-Moses.

 

vb/Neue Presse Oktober 2012