Archiv: Der kleine Prinz


Theaterfassung der bekannten Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry
Eine Inszenierung aus dem Jahr 2002

 

Tim von Kietzell schlüpft in die vielen Rollen dieser Erzählung von zeitloser Schönheit und erweckt sie, den Prinzen, den Fuchs, den König, die Blume, etc, zum Leben. Mitten in der Wüste Sahara trifft der Kleine Prinz einen notgelandeten Piloten, dem er von seiner Liebe zu einer einzigartigen Rose und von seinen wundersamen Abenteuern im Weltall erzählt. Mit Staunen berichtet er, wie er verschiedene Planeten besuchte. Erst der Fuchs lehrt ihn das Wahre zu sehen und zu fühlen.

 

 

Darsteller: Tim von Kietzell

 

 

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Presse

 

Kleiner Prinz fliegt solo mit der Kiste

Pressearchiv: Der kleine PrinzEin Dreh um die eigene Achse: Und aus dem Erzähler, dem Bruchpiloten in der Wüste, wird der kleine Prinz, der die Welt von einem ganz anderen Planeten aus sieht. Noch ein Dreh: So wird aus dem kleinen Prinzen der König, der einen Untertanen zum Regieren sucht, der Eitle, der einen Bewunderer herbeiwünscht, oder der Besitzgierige, der die Planeten zählt, um sie sein Eigen zu nennen, obwohl er gar nichts damit anfangen kann. "Spielt der das alles ganz allein?" fragt der sechsjährige Maximilian irgendwann ein bisschen verunsichert. Er tut es: Unter der Regie von Alexander Katt hat sich Tim von Kietzell die wunderbare Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry als Solo erarbeitet. in einer mobilen Kiste als Flugzeug um den Bauch kommt er in das Foyer der Landesbühne geknattert, wo er buchmäßig abstürzt.

Flügel eingeklappt und Ecke über die Kiste: Darauf hat er den ganzen Planeten des kleinen Prinzen, samt aktivem und erloschenem Vulkan. Und die Rose, die dem kleinen Prinzen so viel Kopfzerbrechen macht, die spielt Kietzell natürlich wieder selbst: schnippisch, kokett, dabei doch voller Schönheit.

Seine Star-Rolle aber ist der Fuchs, der sich zum eigenen Sprechgesang tanzend zähmen lässt – eine großartige Episode. "Was man sich vertraut macht, dafür ist man verantwortlich": Nicht jede der Botschaften verstehen auch die Kleinsten. Ein klein bisschen mehr Farbe, Musik und Bildlichkeit hätte es in Kietzells ansonsten ideenreichem Solo noch sein können. Für Fünf- oder Sechsjährige ist die Bearbeitung trotz aller Striche reichlich textlastig. Doch sie hat kompaktes 45-Minuten-Format – genau passend für eine kurzweilige Schulstunde. Bei der Premiere wurde Kietzells schauspielerische Leistung jedenfalls mit Beifall belohnt.

VON EVELYN BEYER
Neue Presse
Dienstag, 19. Februar 2002